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WIR HABEN EINEN FREUND VERLOREN

Der Tod ist groß.
Wir sind die Seinen lachenden Mundes.
Wenn wir uns mitten im Leben meinen,
wagt er zu weinen mitten in uns.

(Rainer Maria Rilke)

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Jürgen Rompf

 Γιούργκεν Ρομπφ

14. 10. 1952 – 17.1.2019

„Ihr Lieben, ich möchte Euch schweren Herzens informieren, dass Jürgen heute Νacht friedlich eingeschlafen ist. Die Welt ist um einen lieben Menschen ärmer geworden. Beste Grüße, Anja“

Man könnte die vielen Worte sein lassen; allein diese kurze Nachricht einer seiner besten Freundinnen, die so großen Schmerz enthält, würde reichen für alle, die ihn kannten, für die er ein Freund oder Mitarbeiter oder einfach ein guter Bekannter gewesen war, um zu spüren, wer Jürgen gewesen war und als solcher auch in unserer Erinnerung bleiben wird.

Doch es ist eigentlich auch eine Pflicht, Leuten, die ihn nur ober-flächlich kannten oder nicht dazu kamen, ihn richtig kennenzu-lernen, einen tieferen Blick zu erlauben in sein Tun, sein Denken, sein Engagement und seine Intensionen.

Er war geboren worden in Gusternhain/ Hessen und ist in der Intensivstation des Universitätsklinikums Düsseldorf nach wochen-langen intensiven Therapieversuchen der Ärzte gestorben. Woran eigentlich? Einmal haben die Ärzte gesagt, er habe an und in seinem Körper so viele Baustellen, dass man nicht wisse, wo man anfangen und wo man aufhören könnte!

Wir, seine Freunde, hatten die Hoffnung nicht aufgegeben. Er wird ´s schaffen. Er möchte leben, gut die Ärzte! Aber der Wille eines Menschen erschüttert Berge… Leider, es hat nicht gereicht. „Er ist erlöst“, sagen wiederum andere. Ja, das ist wahr. Das wäre kein lebenswertes Leben geworden. Auch richtig.

Und nun die Erinnerung: Ein lieber Mensch; einer, der nicht “Nein“ sagen konnte, und wenn es nicht anders ging, bemühte er sich, eine andere Lösung zu finden. Ein gebildeter Mensch, der nicht auf Universitäten gegangen war, sondern jede Möglichkeit ausschöpfte, sich zu bilden. Er las viel und behielt das Gelesene wie einen Schatz in seinem Geist und verblüffte sein Gegenüber mit trefflichen Zitaten, die er, mit einem verschmitzten Lächeln begleitet, an-brachte. Er hatte eine sehr schwere Kindheit, und um aus den Traumata rauszukommen, suchte er Zuflucht in der Fremdenlegion in Frankreich. Seine erste Fremdsprache war demnach Französisch. Er hatte sich dann in Deutschland zum Drucker ausbilden lassen, die Beschäftigung damit aber hat nicht lange gewährt, denn dieser Beruf fiel der Moderne zum Opfer. Aber Jürgen liebte die Buch-staben, und so spezialisierte er sich zum Setzer am Computer. Unentbehrlich wurde er damit für viele von uns, die sich auch wegen des hohen Alters mit den jüngsten Errungenschaften der Digitalisierung nicht zurechtfanden. Er liebte auch sehr die Foto-grafie, das Fotografieren. Unendlich viele die Aufnahmen in jeder und von jeder Kulturveranstaltung. Alles Kunstwerke. Mit oder auch ohne Auftrag. „Ich bin hier privat“, pflegte er dann zu sagen, um ohne Zwang fotografieren zu können, was ihn bewegte. Und er machte auch tolle, ungewöhnliche Naturaufnahmen. Es wäre sicher eine gute Aufgabe, mal eine Ausstellung mit seinen Bildern zu machen!

Aber all das ist Beiwerk gewesen. Seine Größe war die Menschlichkeit. Und nicht etwa an zweiter Stelle: Seine besondere Liebe, die galt Griechenland mit all seinen Formen und Intensionen: Literatur, Geschichte, Natur, Griechen in Deutschland – er war nicht zuletzt auch die Seele unserer neuen Zeitschrift LOGOGRAPHIA. Er sagte stolz von sich „ich glaube, ich bin der echteste Philhellene neuester Prägung“. Und in der Tat: Keine Diskussion oder Planung für die POP – Kulturinitiative für Griechenland -, zu deren neuestem Vorsitzenden er im Januar vor einem Jahr gewählt worden war, ohne an Distomo, das von den Nazis im Krieg vernichtete griechische Dorf samt seinen Einwohnern, zu denken.

Also die Welt und speziell Griechenland ist „um einen lieben Menschen ärmer“ geworden! Wir trauern um ihn von tiefstem Herzen. „Aιωνία σου η μνήμη“, αγαπητέ μας Γιούργκεν!

Für die GGAD e.V Michalis Patentalis, Niki Eideneier

Deutsch Griechischer Literatursalon mit Gunna Wendt

Sonntag, 30. August, 11:00 Uhr, Kneipe, Einlass: 10:30 Uhr
Lesung, Frühstück, Musik & Diskussion

MIT GUNNA WENDT

Gunna Wendt liGunna_Wendt_knx_kn_kwa-1181est aus ihren Biografien über Menschen, die den Mut hatten, selbstbewusst und eigenwillig ihren Weg zu gehen und dabei ein großes künstlerisches Werk zu schaffen.
In ihrem Buch über die Diva assoluta Maria Callas, „Meine Stimme verstörte die Leute“, spürt sie bisher vernachlässigten Aspekten des Callas-Mythos nach und entdeckt hinter der unnahbaren Bühnengöttin das Mädchen Maria. Sie beschreibt die beispiellose Karriere der in Amerika aufgewachsenen Griechin, die die italienische Oper erneuerte und an allen großen Opernhäusern der Welt sensationelle Triumphe feierte.
Für das Deutsche Theatermuseum München und das Österreichische Theatermuseum Wien kuratierte Gunna Wendt 2006 die Ausstellung: Maria Callas oder Die Kunst der Selbstinszenierung.

Gunna Wendt, geb. in Jeinsen bei Hannover, studierte Soziologie und Psychologie. Sie lebt als freie Schriftstellerin und Kuratorin in München. Neben ihren Arbeiten für Radio und Theater veröffent- lichte sie zahlreiche erfolgreiche Biografien, u.a. über Liesl Karlstadt, Franziska zu Reventlow, Paula Modersohn-Becker, Clara Rilke-Westhoff, Maria Callas, Lena Christ, Ruth Drexel, Maria Pawlowna, Zarin Alexandra sowie die Amour fou zwischen Lou Andreas-Salomé und Rainer-Maria Rilke.

„Das eigentlich Neue und Fesselnde ist der weibliche Blick auf weibliches Leben und weiblichen Ehrgeiz“, schrieb die Literatur- wissen schaftlerin Ruth Klüger über die Biografin Gunna Wendt.

Moderation:Pamela Granderath und Michalis Patentalis
Musikalische Begleitung:
Antonis Kountouris(Gitarre), Nefeli Patentalis (Gesang)

Frühstücksbuffet 6,50 €

Veranstalter: Gesellschaft Griechischer AutorInnen in Deutschland e.V. & zakk

gefördert von:
Landeshauptstadt Düsseldorf

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