Sonntag, 24. Juni, Deutsch-Griechischer Literatursalon Sonntag, 11:00 – 13:00 Uhr, Einlass 10:30 Uhr

Barbara Bišický-Ehrlich
Lesung & Gespräch:
„Sag’, dass es dir gut geht“
Eine jüdische Familienchronik

»Als ich anfing, meine Oma Helenka für dieses Buch zu befragen, wiederholte sie immer nur die gleichen Worte: ›Das kann man niemandem erzählen, Bára. Das
glaubt einem kein Mensch …‹ Sie erzählte dennoch – und ich begann zu schreiben.« Barbara Bišický-Ehrlich zeichnet als Chronistin ihrer eigenen Familiengeschichte ein mehrfaches Generatinnenporträt, angefangen bei ihren Urgroßeltern in der ehemaligen Tschechoslowakei, über die Zeit ihrer Großeltern und Eltern, bis hin zu ihren eigenen Erfahrungen als Enkelin von Holocaust-Überlebenden – ausgerechnet in der Bundesrepublik Deutschland. Immer wieder kreuzt die Weltgeschichte den Weg dieser Familie. Schreckensnamen wie Bergen-Belsen und Theresienstadt sind damit ebenso verknüpft wie die Zeit des Kommunismus nach 1945 in der CSSR und der Prager Frühling. Die Gefahr eines gewaltsamen Todes hängt beständig wie ein schwarzer Schatten über allen Familienmitgliedern. Entwurzelung, Neuanfang und erneute Entwurzelung sind die Folgen.

Diese Geschichte erzählt vom Leben zwischen den Extremen, mit unerwarteten Wendungen und Trammata, die den Kindern vererbt wurden. Barbara Bišický-Ehrlich lässt den Leser durch die Schilderung ihres Familienschicksals mühelos Jahrzehnte überbrücken und in die Zeitgeschichte eintauchen. Sie schafft eine Nähe, die dem Leser erlaubt an den Ängsten und Hoffnungen der Menschen teilzuhaben, die sich nichts sehnlicher wünschen als Frieden auf Erden. Zwischen Prag und Frankfurt am Main, zwischen Gefahren, Bedrohungen und den großen Katastrophen des 20. Jahrhunderts, schwebt die eine große Frage: Wie gehe ich mit Vergangenheit um?

»Bára … warum interessiert dich das alles?«, fragte Oma Helenka und fügte immer wieder den gleichen Wunsch hinzu: »Sag’, dass es dir gut geht …«

Barbara Bišický-Ehrlich, 1974 geboren, wuchs sie als Kind tschechischer Emigranten in Frankfurt am Main auf. Nach ihrem Studium der Theaterregie und Dramaturgie in Prag absolvierte sie ein multimediales Redaktionsvolontariat beim
Südwestrundfunk. Heute arbeitet sie selbständig als Werbe- und Synchronsprecherin, leitet eine kleine Filmproduktion und Kinder-Theatergruppen in der jüdischen Gemeinde Frankfurt. Sie lebt mit ihren drei Kindern in Frankfurt am Main.

Termin: Sonntag, 24. Juni 2018 – 11 Uhr
Einlass 10.30 Uhr

Ort: zakk Düsseldorf
Fichtenstr. 40, 40233 Düsseldorf

Veranstalter:
Gesellschaft Deutsch- Griechischer AutorInnen in BRD e.V. & zakk
Unterstützt vom Kulturamt Düsseldorf