Alexios Mainas

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Der griechisch-deutsche Dichter wurde 1976 in Athen geboren, wo er auch aufgewachsen ist. Er hat in Bonn Philosophie studiert, lebt in der Nähe von Köln und schreibt Literatur – zweisprachig. Er hält Lesungen in Griechenland und Deutschland, veröffentlicht in Zeitschriften und im Rundfunk und beschäftigt sich mit dem Werk neugriechischer Dichter.

Demnächst erscheint im renommierten Athener Verlag Gavrielides seine Gedichtsammlung ›Der Inhalt des Übrigen‹.

Auf dem Ausdruck der Gefühle und die Auseinandersetzungsart einer jugendlichen Beziehung fokussiert die Kurzgeschichte von Alexios Mainas mit dem rätselhaftem Titel »Φ« wie Phedra.

Es gibt, sagen wir mal, rätselhafte Menschen, fremde, befremdliche, unzugängliche, mit Geschichten, die sie gezeichnet haben und von denen wir nichts wissen, was der Grund dafür ist, dass wir sie nicht verstehen. Und es gibt Menschen, die wie Rätsel sind, über die wir rundum Bescheid wissen, die keinerlei Geheimnisse haben, und die wir dennoch nicht begreifen. So wie Phädra. Voller Gegensätze, voller Widersprüche, das, was Logiker coincidentia oppositorum nennen.
Es ist August, und sie will nicht in Urlaub fahren. Den ganzen Winter – und das Frühjahr – hat sie mir wegen des Urlaubs in den Ohren gelegen, und mit den diversen Hotels und Zimmern und Halbpensionen, die sie im Internet auftrieb, und nun will sie zwischen den Topfpflanzen auf Balkonien Ferien machen. Sie hat einen riesigen Liegestuhl aus Holz mit einer weißen Polsterauflage gekauft, rekelt sich drauf und schaut stundenlang auf den Lykabettos, als sähe sie die Niagarafälle…

Auszug aus der Anthologie ›Bewegt‹
Größenwahn Verlag Frankfurt am Main, Oktober 2010, ISBN:978-3-942223-02-7

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