KULTUR KICKT KRISE

 17. November 2013

GRIECHISCHES LITERATURFRÜHSTÜCK
KULTUR KICKT KRISE

11:00 Uhr

zakk
Fichtenstraße 40
Frühstücksbuffet 6,50 €

Eleni Torosi (Journalistin), Pamela Granderath (Autorin), Michael Patentalis (Autor), Elena Palanza(Autorin) – sitzen mit gezückter Feder und Diskussionsbereitschaft an der Quelle der inter- kulturellen Verständigung. Musik: Vangelis hristidis und Kostas Papaioanou

Die Krise hat zugeschlagen – nicht nur wirtschaftlich und finanziell in den Ländern des europäischen Südens, sondern auch hier, bei uns, in Deutschland. Neben ihrem wirtschaftlichen Gesicht zeigt die Krise nämlich auch ein kulturelles und ein gesellschaftspolitisches Antlitz.

Zwischen dem europäischen Norden, für den Deutschland stark und exemplarisch steht, und dem Süden, den Griechenland mit einer extremen Zuspitzung aller krisenhaften Ereignisse repräsentiert, tun sich schmerzhafte Gräben auf:

Für die Ausprägung der Krise, wie wir sie erleben, sind nicht nur monetär-wirtschaftliche Haltungen und Handlungen verantwortlich, sondern auch politische, (kultur-)historische und lebensästhetische. Es besteht die Notwendigkeit einer kulturellen Auseinandersetzung darüber, wie wir uns gegenseitig respektieren und voneinander lernen können. Kunst und Musik können an diesem Punkt viel bewirken.

Eleni Torosi (Journalistin), Pamela Granderath (Autorin), Michael Patentalis (Autor), Elena Palanza(Uni Bonn, Autorin), Arzu-Dorando (Autorin) sitzen mit gezückter Feder und Diskussionsbereitschaft an der Quelle der interkulturellen Verständigung. Die Veranstaltung wird musikalisch begleitet vom Miltos Oulios und Antonis Papamichail.

Die Gesellschaft der griechischen AutorInnen in Deutschland wurde 2006 gegründet und bietet eine Plattform, um die Literatur der GriechInnen in Deutschland zu fördern und zu verbreiten.

Die AutorInnen sollen gleichzeitig eine vermittelnde Rolle zwischen der deutschen und der griechischen Kultur einnehmen. Die Gesellschaft will so das Verständnis von Multikulturalität verbessern.zakk-logo-rot

Ein literarisches Quartett

Ein literarisches Quartett

Lüdenscheid. Griechisches Essen, griechischer Wein, Tanz und griechische Seele verliehen dem Museums-Café am Samstagabend eine ganz besondere Atmosphäre. Leseabend der Veranstaltungs- reihe: “50 Jahre griechische Migration“

Die Autoren von links: Petros Kyrimis, Elena Pallantza, Alexios Mainas und Michalis Patentalis
Die Autoren von links: Petros Kyrimis, Elena Pallantza, Alexios Mainas und Michalis Patentalis

 Im leider nur kleinen, aber begeisterungsfähigen Publikum auch Museumsleiter Eckhard Trox, der sich, wie alle Gäste, von der Sprachgewalt, Witz und dem feinen Wortsinn der Autoren beein- drucken ließ. Evangelia Kasdanastassi vom Diakonischen Werk begrüßte die Gäste ebenso wie Sophia Georgallidis. Die Übersetzerin, die die Schriftsteller betreut, gab einen kurzen Überblick über die Entwicklung der griechischen Literatur in Deutschland.

Bis auf den Senior des literarischen Quartetts, Petros Kyrimis (1948), sprechen und schreiben alle Autoren Deutsch. Das Urgestein Petros Kyrimis, trotz jahrzehntelangem Deutschland-Aufenthalt immer noch nicht gut Deutsch sprechend und schreibend, ließ Sophia Georgallidis seine deprimierende Kindheitserinnerung „Z wie Zicke” vorlesen. Unbedingt sollte und wollte man dann doch Kyrimis pur hören, „Das Herz der Amsel”.

Tiefe Stimme malt Bilder

Und siehe da: Obwohl viele nicht Griechisch verstanden, malte diese eindrucksvolle tiefe Stimme Bilder im stillen Raum, entdeckte man Landschaften in diesem viel gelebten Gesicht. Eine Meisterin der Sprache ist Elena Pallantza. Erstaunlich das psychologische Einfühlungsvermögen der Lehrerin in der Geschichte „Spuren im Schnee”. „Sterben ist wie Schwitzen” zitiert Alexios Mainas (1976) Jean Paul (damals schwitzend auf Santorin). Dieser junge Dichter aus Bonn wirft in der Geschichte „Phi” einen scharfen und surrealen Blick auf seine Frau Phaedra, das Rätsel. Der Philosoph kann sich nicht verleugnen: Einsam leben in einer Beziehung? Sprachlich direkter, auch surreal, mit Humor und unglaublicher Phantasie geht Michalis Patentalis aus Düsseldorf an seine Geschichten heran. Wohin Vereinsamung führen kann, zeigt die merkwürdige wahre Geschichte von Nick mit dem Spitznamen „Stillgestanden”, der sich im lebenslangen Knast täglich von einem Poster der geliebten Nicole Kidmann regelrecht ernähren lässt. Als Highlight unterhielt Markos Koderisch aus Darmstadt vor und zwischen der Lesung, mit HipHop und Rap, sinnvollen Texten und philosophischen Einsichten. Eine griechische Mutter, deren Sprache er nicht kann, hat der 31-jährige seine Heimat endlich in sich selbst gefunden, aber, er bringt es auf des Lebens Kern: „In dieser Welt ist man nie ganz zu Hause!”

Marlis Denkert

Ouelle: www.derwesten.de

„Immer in Fahrt

50 Jahre Anwesenheit der Griechen in Deutschland Während einer eintägigen Straßenbahn-Tour durch Düsseldorf und Umkreis finden bilinguale Lesungen der griechischen Autoren aus ihren Werken statt, die sich vor allem mit der Migrationsgeschichte und ihrem Wandel auseinandersetzen. Musikalisch wird diese Veranstaltung durch eine Life-Band und visuell mittels einer Foto-Ausstellung unterstützt.der Griechen in Deutschland und ihre Lebensumstande diskutieren. Das Fahrgast-Publikum wird die Gelegenheit haben, während der drei geplanten Stationen zu- oder auszusteigen:

„immer in Fahrt“ Haltestelle Hauptbahnhof Düsseldorf: die ersten Migranten

„immer in Fahrt“ Haltestelle Hauptbahnhof Neuss: Präsenz und Entwicklung der 2. Generation

„immer in Fahrt“ Haltestelle Griechisches Gymnasium und Lyzeum Oberkassel: die 3. Generation „in Fahrt“

Nähere Info/Anmeldung: antonia.annoussi@diakonie-duesseldorf.de, Tel: 0211/ 91318834, Michael Patentalis, Tel: 0211/17521 und 0177-8453 049

Eine Veranstaltung der Gesellschaft Griechischer AutorInnen in Kooperation mit dem Zentrum für interkulturelle Begegnung und Beratung (ZIBB) der Diakonie in Düsseldorf

Ort und Zeit (voraussichtlich Ende Oktober 2010) können bei untenstehender Adresse erfragt werden.

Unter der Schirmherrschaft des griechischen Generalkonsulats in Düsseldorf

Wir brauchen griechische Literatur!