Archiv der Kategorie: Unsere Mitglieder

Andrikos Segkis

andrikos_segkis_pressefotoAndrikos Segkis, wurde 1961 in Spelle (Emsland) als Kind deutsch-griechischer Eltern (Vater Grieche, Mutter Deutsche) geboren.

 In Emden (Ostfriesland) zunächst in Pflegschaft einer gutbürgerlichen norddeutschen Familie aufgewachsen und später adoptiert. Technische Lehre und Zivildienst in München (Bayern) und anschließend Studium der Sozialpädagogik und Theologie an einer privaten Fachschule in Kassel (Hessen).

 Nach einigen Jahren als Jugendreferent in der überkonfessionellen Jugendarbeit und bei der Ev. Kirche wechselte er nach diversen Zusatzausbildungen, auch im psychologischen Bereich, in die Psychosoziale Notfallversorgung. Diese Tätigkeit konfrontierte ihn hautnah 20 Jahre lang mit dem Thema „Tod und Sterben“. Persönliche Schicksalsschläge von Menschen, dessen Leben von einer Sekunde auf die andere auf den Kopf gestellt wurden, sowie weltweite Katastropheneinsätze prägten seine Arbeit und ihn selbst über viele Jahre. Nach seiner, zwei Jahrzehnte dauernden Tätigkeit, als Psychosoziale Fachkraft, Team- und Abschnitts- sowie Einsatzleiter, Dozent und Autor von Aufsätzen in Fachzeitschriften, wechselte er Mitte 2015 in den sozial-diakonischen Bereich und stellt sich nun spezifischen Handlungsbereichen in der rechtlichen Betreuung (sowie deren Vermeidung) u.a. von Migrantinnen und Migranten.

Während einer Dienstreise im Juni 2007 in Argentinien suchte Andrikos Segkis – aus einer Laune heraus – über ein soziales Netzwerk via Internet, erstmals Kontakt zu seiner Schwester. Nicht nur das Zustandekommen dieses ersten Kontaktes war völlig unglaublich und verrückt, sondern auch das was danach für ihn begann. Segkis entdeckte Stück für Stück (s)eine unglaubliche eigene deutsch-griechische Geschichte, sowie damit seine zweite „in die Wiege gelegte“ griechische Identität. Im Alter von 46 Jahren machte er sich rückblickend auf den Weg „den Griechen“ in ihm zu entdecken. Intensivste Begegnungen mit der wiedergefundenen Familie veränderten von da an sein Leben…  Detektivisch begann er zu recherchieren, sammelte Daten und Fakten in Deutschland wie auch in Griechenland und durchlebte erstmalig seine eigene, ihm bis dahin nicht bekannte aber vielleicht erahnte, Geschichte. Aufwendig erreichte Akteneinsichten und Berichte von Zeitzeugen aus der Zeit des deutschen Anwerbeabkommens im Jahre 1960, bis hinein in die 70er Jahre der Militärdiktatur Griechenlands brachten (s)eine Geschichte zu Tage.

Andrikos Segkis begann, neben der eigenen Verarbeitung, nicht nur zu archivieren, sondern auch seine Entdeckungen aufzuschreiben. Die so entstandenen Kladden, in Papierform wie auch elektronisch, sind heute  die Grundlage für seine Lesungen, in denen er seither Teile seiner deutsch-griechischen Geschichte liest und erzählt.

Andrikos Segkis auf: FACEBOOK, XING

Helena Katsiavara

helena_katiavara 2015Helena Katsiavara ist 1966 als Kind griechischer Gastarbeiter in Hessen geboren, lebte vom zehnten bis achtzehnten Lebensjahr in Griechenland und machte dort ihr Abitur. Danach arbeitete sie in Bremen im familieneigenen Restaurant dessen Leitung sie übernahm. Außerdem erwarb sie dort das Sprachdiplom für Deutsch.

Sie begann im jugendlichen Alter Gedichte zu schreiben und beteiligte sich an Literaturzirkeln. Ebenso begann sie früh autodidaktisch ihren Werdegang als Maler- und Keramikerin. Mehrere Jahre nahm sie Privatunterricht. Unter anderem bei Professoren der Kunsthochschule Bremen, der Keramikerin Carola Süß und später beim Künstler und Restaurator Barlo. Ihre Arbeiten stellte sie in den zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland und Griechenland aus. Sie ist verheiratet und Mutter von zwei ins erwachsenen Alter kommenden Kindern. Helena Katsiavara weiterlesen

Christos Anastasopoulos

Christos AnastasopoulosChristos Anastasopoulos ist im Jahr 1966 in Athen Griechenland geboren.

Er hat in Athen politische Wissenschaften studiert und sein Studium abgebrochen, um Pantomime und Puppenspiel im Figurentheater-Kolleg in Bochum zu studieren.

Parallel hat er Pantomimenseminare bei Peter Makal in Stuttgart besucht und theatralische Improvisation in ‚Teatro e Scuola Dimitri‘ in der Schweiz gemacht.

Außerdem hat er ein Stipendium vom Goethe-Institut bekommen, um an einem Seminar an den ‚Theatertagen‘ in Berlin bei Elsa Wolliaston teilzunehmen. Christos Anastasopoulos weiterlesen

Andreas Deffner

 

deffner-andreas*1974 in Gladbeck, hat lange Zeit im Rheinland gelebt, wohnt heute mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen in Potsdam. Seine „Zweite Heimat“ aber ist Griechenland. Seit er nach dem Abitur im Jahr 1993 das erste Mal nach Hellas gefahren ist, war er von Land, Leuten und Kultur begeistert.  Und so fährt er, wann immer die Zeit es zulässt, „nach Hause“, nach Toló.  In dem kleinen Fischerdorf auf dem Peloponnes fühlt er sich ebenso heimisch wie in Potsdam, Gladbeck oder Berlin.  Und Oma Vangelió hat immer gesagt: „Junge, du bist in Toló groß geworden!“

Veröffentlichungen: „Das Kaffeeorakel von Hellas –Abenteuer, Alltag und Krise in Griechenland“, Re Di Roma-Verlag / Remscheid, 2010.

Beim   Größenwahn Verlag   Frankfurt   am   Main sind seine Kurzgeschichten über Abenteuer, Alltag und Krise in Griechenland unter den Titel „Filotimo!“ und „Das Kaffeeorakel von Hellas“ erschienen.

Andreas Deffner berichtet von seinen Erfahrungen und Erlebnissen in Griechenland, die Land und Leute herzlich und authentisch zeigen.  In den Menschen unterschiedlichster Couleur, vom Olivenölhändler bis zum Fischer, begegnet er das echte Griechenland, abseits aktueller Wirtschafts- und Finanzkrisen.

 

Alexios Mainas

 A20130623_3593lexios Mainas

Der griechisch-deutsche Dichter wurde 1976 in Athen geboren, wo er auch aufgewachsen ist. Er hat in Bonn Philosophie studiert, lebt in der Nähe von Köln und schreibt Literatur – zweisprachig. Er hält Lesungen in Griechenland und Deutschland, veröffentlicht in Zeitschriften und im Rundfunk und beschäftigt sich mit dem Werk neugriechischer Dichter.

Demnächst erscheint im renommierten Athener Verlag Gavrielides seine Gedichtsammlung ›Der Inhalt des Übrigen‹.

Auf dem Ausdruck der Gefühle und die Auseinandersetzungsart einer jugendlichen Beziehung fokussiert die Kurzgeschichte von Alexios Mainas mit dem rätselhaftem Titel »Φ« wie Phedra.

Es gibt, sagen wir mal, rätselhafte Menschen, fremde, befremdliche, unzugängliche, mit Geschichten, die sie gezeichnet haben und von denen wir nichts wissen, was der Grund dafür ist, dass wir sie nicht verstehen. Und es gibt Menschen, die wie Rätsel sind, über die wir rundum Bescheid wissen, die keinerlei Geheimnisse haben, und die wir dennoch nicht begreifen. So wie Phädra. Voller Gegensätze, voller Widersprüche, das, was Logiker coincidentia oppositorum nennen.
Es ist August, und sie will nicht in Urlaub fahren. Den ganzen Winter – und das Frühjahr – hat sie mir wegen des Urlaubs in den Ohren gelegen, und mit den diversen Hotels und Zimmern und Halbpensionen, die sie im Internet auftrieb, und nun will sie zwischen den Topfpflanzen auf Balkonien Ferien machen. Sie hat einen riesigen Liegestuhl aus Holz mit einer weißen Polsterauflage gekauft, rekelt sich drauf und schaut stundenlang auf den Lykabettos, als sähe sie die Niagarafälle…

Auszug aus der Anthologie ›Bewegt‹
Größenwahn Verlag Frankfurt am Main, Oktober 2010, ISBN:978-3-942223-02-7