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Celine Spieker

Céline Melanie Spieker
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Céline Melanie Spieker

*1967 in Herford, interessiert sich besonders für hybride Identitäten und übersetzt vom Neugriechischen ins Deutsche. Sie wuchs in der 68er Studentenbewegung auf und begann mit neun Jahren Neugriechisch zu lernen. Sie studierte Geschichte, Neugriechisch und Englisch an der Ruhr-Uni Bochum. Eine ihrer Arbeiten betraf die Geschichte der Juden in Thessaloniki, ein Grund für häufige Aufenthalte in Griechenland. Sie beteiligte sich in Berlin und Bochum an verschiedenen kulturellen Projekten, arbeitete journalistisch für Zeitungen und Zines, und war an den Interviews der Shoah-Foundation von Steven Spielberg beteiligt. In den letzten Jahren widmete sie sich der literarischen Übersetzung und übersetzte Theaterstücke, Gedichte und Erzählungen aus dem Neugriechischen. Neben Autoren wie Petros Kyrimis und Michél Fais übersetzte sie das im Septmeber 2015 erschienene Buch von Giorgos Chondros: „Die Wahrheit über Griechenland, die Eurokrise und die Zukunft Europas“. Gleichzeitig arbeitet sie an eigenen literarischen und dokumentarischen Texten. Sie lebt mit ihrer Familie in Bochum.

Σελίν Μελανί Σπήκερ

Γεννήθηκε το 1967 στο Χέρφορντ. Σπούδασε Ιστορία και Ευρωπαικό Πολιτισμό στο Πανεπιστήμιο του Μπόχουμ. Μιλάει Νεοελληνικά και Αγγλικά. Μία από τις εργασίες της ήταν και η ιστορία των Εβραίων της Θεσσαλονίκης. Αυτό έγινε αιτία να επισκεφθεί συχνά την Ελλάδα. Εργάστηκε στο Βερολίνο σε διάφορα Πολιτιστικά πρότζεκτ καθώς και σαν δημοσιογράφος σε εφημερίδες και περιοδικά. Ήταν μέλος της Shoah Foundation του Steven Spielberg. Με την μετάφραση λογοτεχνικών και κοινωνιολογικών κειμένων από τα Ελληνικά ασχολήθηκε τα τελευταία χρόνια. Μετά από έργα του Πέτρου Κυρίμη και του Μισέλ Φάις μετέφρασε πρόσφατα το βιβλίο του Γιώργου Χονδρού: Η Αλήθεια για την Ελλάδα, την κρίση του ευρώ και το μέλλον της Ευρώπης. Ταυτόχρονα είναι προς έκδοση δικά της κείμενα πεζά και ιστορικά. Είναι μέλος της Εταιρείας Ελλήνων και Γερμανών Συγγραφέων της Γερμανίας και ζεί με την οικογεννειά της στο Μπόχουμ.

Bewegt – Εν κινήσει

Bewegt – Εν κινήσει

ΣΥΝΕΝΤΕΥΞΕΙΣ-ΑΡΘΡΑ / INTERVIEWS-ARTIKEL, Elliniki Gnomi,

10 Nov 2010

Das Anwerbeabkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und Griechenland wird in diesem Jahr 50 Jahre alt. Es wurde am 30. März 1960 unterschrieben und brachte eine große Welle von ›griechischen Gastarbeitern‹ nach Deutschland. Aus diesem Anlass, stellt die Gesellschaft der Griechischen AutorInnen in Deutschland e.V. als Herausgeber einer Anthologie ihre Mitglieder mit Kurz- geschichten vor.
Die AutorInnen, beschreiben in ihren Kurzgeschichten Formen und Auswirkungen von kollektivem, menschlichem Zusammenleben, angetrieben von brennenden Gefühlen, die als immerwährende Bewegung empfunden werden. Mit unterschiedlichen sprachlichen Mitteln, Surreale Texten, alltägliche Begebenheiten, Begegnungen und Erlebnisausschnitte, charakterisieren, kritisieren oder porträtieren – die ehemalige ›griechische Gastarbeiter‹ aus der ersten und zweiten Generation – 50 Jahre danach eine Moment- aufnahme des Seins, durch die Literatur.
›Bewegt‹ ist der Titel des Buches, der als zweisprachige Ausgabe, im Oktober 2010 beim Größenwahn Verlag Frankfurt am Main erscheint und soll als Beweismittel dienen für die Leichtigkeit und gleichermaßen Schwierigkeit des Selbst-Integrationsprozesses in eine Gesellschaft mit unterschiedlichen Kulturen.
Inhalt:
Mit dem Gedicht May Papoulias »… es sind Menschen gekommen«, der Ehefrau des griechischen Staatspräsidenten, dem Vorwort Michalis Patentalis, Vorsitzender der Gesellschaft und das Requiem für eine ganze Generation, von Niki Eideneier, Verlegerin des Romiosini Verlags, beginnt die Anthologie der Gesellschaft der Griechischen AutorInnen in Deutschland e.V. um mit den Kurzgeschichten der Mitglieder fort zu fahren:
Thalia Andronis beschreibt in ihrem surrealen Beitrag wie Island in den Schoß eines zwölf jährigen Mädchen fällt und Brigitte Münch beschäftigt sich in »Warten auf Äsop« mit dem Problem ›Umfeld wechseln‹, das ein neues Denken und Flexibilität erfordert.
»Eine heldenhafte Nacht« von Petros Kyrimis verweist, in authentische Sprache durch das Nachtleben Athens, auf Aspekte des griechischen alltäglichen Lebens. Auch der sozialkritische Beitrag von Elena Pallantza zitiert die nackte Wahrheit einer Familie in »Spuren im Schnee«. Der Ausdruck der Gefühle und die Auseinandersetzungsart in eine jugendliche Beziehung zentriert die Kurzgeschichte von Alexios Mainas mit dem rätselhaftem Titel »Φ« wie Phedra. Giorgos Krommidas Titel »Nichts geht mehr« wird für eine akademische Beziehung Wortwörtlich zum ›Rien ne va plus‹, als diese durch herrschende Sucht zusammenbricht. Das postmoderne »Stillgestanden«, so der Beitrag von Michalis Patentalis, ist eine andere Art Beschreibung der menschlichen Schwäche, die zwischen der Schauspielerin Nikol Kidman und einem Gefangenem erzählt wird. Loukia Stefou wählt in ihrem Beitrag das berühmte Stuck John Cage´s »4:33´ Musik der Stille« um die Psychologie des Hörers zu erläutern.
Das ›Wort‹ spielt eine entscheidende Rolle in Kyro Ponte´s Kurzgeschichte »Die Anemonen«, bis zum Selbsterkennung, dass das einzige Prinzip, das der menschliche Geist erfassen kann, sich nicht im Himmel, sondern in der schaffenden Natur befindet. Mit der Vergänglichkeit des Glaubens und die dadurch entstehenden Fingerabdrücke, die durch eine realistische Art ausgelöscht werden, beschäftigt sich Elsa Korneti in ihrem Beitrag »Die Weihgabe« und Giorgos Valasiadis beschreibt mit Istanbuler Flair in seiner autobiografische Erzählung »Georg der Glocken-Heilige« über den kämpferischen Mensch, der seine Individualität zu beweisen versucht.
Dimitrios Nollas, einer der bekanntester Schriftsteller Griechenlands und Ehrenmitglied der Gesellschaft der Griechischen Autorinnen in Deutschland e.V. beschreibt in »Mantzikert« die Selbstdarstellung eines Türkens vorm Gericht, nach dem er seine Deutsche Frau getötet hat. Eleni Torosi´s Beitrag handelt vom einen dreizehn jährigen Jungen der eine Wunderbare Begegnung mit dem Trainer der Griechischer Fußball-Nationalmannschaft hat, Otto Rehhagel, und somit gerecht den kunstvollen Titel »Rehagellismen« trägt. Sevastos P. Sampsounis schildert in »Hier kommst du nicht durch, Maria« die Stationen einer Gastarbeiter-Frau, die durch drei Generationen sich erstrecken, mit allen Nachwirkungen und Problematik der Emigration.

Buchvorstellung – Neuerscheinung.
Bewegt – Εν κινήσει.
17 Kurzgeschichten, Deutsch und Griechisch.
Sevastos P. Sampsounis & Gesellschaft der
Griechischen AutorInnen in Deutschland e.V.
312 Seiten, Verlagspreis: 16,90 €
Erscheinungsdatum: 6. Oktober 2010
ISBN: 978-3-942223-02-7
www.groessenwahn-verlag.de

Ein literarisches Quartett

Ein literarisches Quartett

Lüdenscheid. Griechisches Essen, griechischer Wein, Tanz und griechische Seele verliehen dem Museums-Café am Samstagabend eine ganz besondere Atmosphäre. Leseabend der Veranstaltungs- reihe: “50 Jahre griechische Migration“

Die Autoren von links: Petros Kyrimis, Elena Pallantza, Alexios Mainas und Michalis Patentalis
Die Autoren von links: Petros Kyrimis, Elena Pallantza, Alexios Mainas und Michalis Patentalis

 Im leider nur kleinen, aber begeisterungsfähigen Publikum auch Museumsleiter Eckhard Trox, der sich, wie alle Gäste, von der Sprachgewalt, Witz und dem feinen Wortsinn der Autoren beein- drucken ließ. Evangelia Kasdanastassi vom Diakonischen Werk begrüßte die Gäste ebenso wie Sophia Georgallidis. Die Übersetzerin, die die Schriftsteller betreut, gab einen kurzen Überblick über die Entwicklung der griechischen Literatur in Deutschland.

Bis auf den Senior des literarischen Quartetts, Petros Kyrimis (1948), sprechen und schreiben alle Autoren Deutsch. Das Urgestein Petros Kyrimis, trotz jahrzehntelangem Deutschland-Aufenthalt immer noch nicht gut Deutsch sprechend und schreibend, ließ Sophia Georgallidis seine deprimierende Kindheitserinnerung „Z wie Zicke” vorlesen. Unbedingt sollte und wollte man dann doch Kyrimis pur hören, „Das Herz der Amsel”.

Tiefe Stimme malt Bilder

Und siehe da: Obwohl viele nicht Griechisch verstanden, malte diese eindrucksvolle tiefe Stimme Bilder im stillen Raum, entdeckte man Landschaften in diesem viel gelebten Gesicht. Eine Meisterin der Sprache ist Elena Pallantza. Erstaunlich das psychologische Einfühlungsvermögen der Lehrerin in der Geschichte „Spuren im Schnee”. „Sterben ist wie Schwitzen” zitiert Alexios Mainas (1976) Jean Paul (damals schwitzend auf Santorin). Dieser junge Dichter aus Bonn wirft in der Geschichte „Phi” einen scharfen und surrealen Blick auf seine Frau Phaedra, das Rätsel. Der Philosoph kann sich nicht verleugnen: Einsam leben in einer Beziehung? Sprachlich direkter, auch surreal, mit Humor und unglaublicher Phantasie geht Michalis Patentalis aus Düsseldorf an seine Geschichten heran. Wohin Vereinsamung führen kann, zeigt die merkwürdige wahre Geschichte von Nick mit dem Spitznamen „Stillgestanden”, der sich im lebenslangen Knast täglich von einem Poster der geliebten Nicole Kidmann regelrecht ernähren lässt. Als Highlight unterhielt Markos Koderisch aus Darmstadt vor und zwischen der Lesung, mit HipHop und Rap, sinnvollen Texten und philosophischen Einsichten. Eine griechische Mutter, deren Sprache er nicht kann, hat der 31-jährige seine Heimat endlich in sich selbst gefunden, aber, er bringt es auf des Lebens Kern: „In dieser Welt ist man nie ganz zu Hause!”

Marlis Denkert

Ouelle: www.derwesten.de